Was sind
Herkunftsnachweise (HKN)?

In Deutschland gilt die sogenannte „verpflichtende Stromkennzeichnung“. Diese verlangt für Ökostromprodukte den Nachweis, dass der ausgelieferte Strom tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Diesen Nachweis müssen Ökostromanbieter über Herkunftsnachweise (HKN) erbringen. Herkunftsnachweise können europaweit gehandelt werden, unabhängig vom eigentlichen Handel mit Strom. Herkunftsnachweise werden nur für Strom aus erneuerbaren Energien ausgestellt, der ohne gesetzliche Förderung erzeugt wurde. Strom aus deutschen Wind-, Solar- oder Biomasseanlagen, für den die Betreiber eine Einspeisevergütung nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten, erhält eine Förderung und daher keine Herkunftsnachweise. Daher finden sich auf dem Markt fast ausschließlich Herkunftsnachweise aus Wasserkraftwerken in Skandinavien oder großenteils sehr alten Wasserkraftwerken in Deutschland oder Österreich. Dieser Strom wird so günstig produziert, dass er ohne Förderung im freien Strommarkt bestehen kann.

Warum gibt es Herkunftsnachweise?

Herkunftsnachweise sollen europaweit sicherstellen, dass die grüne Qualität von Ökostrom nur einmal an einen Kunden verkauft wird. Damit dienen sie in erster Linie dem Verbraucherschutz. Vor der Einführung des HKN-Systems konnte Ökostrom mehrfach vermarktet werden, z.B. einmal in Skandinavien und einmal in Deutschland. Dies ist seit der Einführung des Systems im Jahr 2013 nun ausgeschlossen.

Herkunftsnachweise sind jedoch kein Qualitätslabel. Sie belegen lediglich die Herkunft des Stromes, nicht aber z.B. einen besonderen ökologischen Nutzen, die Unabhängigkeit des Anbieters oder Ähnliches.

Wenn HKN sowieso verpflichtend sind, was sind dann wichtige Qualitätskriterien?

Über die Qualität eines Ökostromproduktes und des Anbieters entscheiden zwei Punkte.

Aus welchen Quellen kommt Ihr Ökostrom? Stammt ein möglichst großer Anteil aus neuen Solar- oder Windkraftwerken? Oder wird nur ohnehin billiger Wasserkraftstrom aus alten Kraftwerken verkauft?

Und welche Veränderung in unserer Energieversorgung löst Ihre Entscheidung tatsächlich aus? Treibt Ihr Strombezug direkt den Ausbau der erneuerbaren Energien voran? Liefert Ihr Anbieter Ideen und Konzepte für die vollständige, ungeförderte Marktintegration der erneuerbaren Energien – oder ist alles nur Verpackung und für die wirklich wichtigen Aufgaben wird nach staatlicher Förderung gerufen? Ist Ihr Anbieter unabhängig von der Atom- und Kohleindustrie und hat er ein glaubwürdiges Interesse, die Energiewende voran zu bringen?

stromsee Grundsätzlich gilt im liberalisierten Strommarkt eine strikte Trennung von Stromherkunft und sogenannter physikalischer Lieferung. Die getrennte Handelbarkeit von Qualität (HKN) und Strom bietet Anbietern unterschiedlichste Möglichkeiten zur Gestaltung von Ökostromtarifen. Eine echte, unauflösliche Kopplung von Qualität und Strom ist jedoch nur in Ausnahmen möglich. Selbst über angeblich hochwertige Qualitätslabels zertifizierte „direkte“ oder „zeitgleiche“ Lieferungen für Ökostrom beruhen oft auf komplexen Handelsinstrumenten wie SWAPS. Diese machen die Kopplung gleich wieder zunichte und stellen manchmal nur eine besonders kunstvolle, undurchsichtige Form der Verpackung dar.
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Was leisten Ökostromlabel?

„Ökostrom“ ist kein geschützter Qualitätsbegriff. Das Kriterium „Ökostrom“ wird auch eingehalten, wenn die HKN von 100 Jahre alten Wasserkraftwerken stammen, die nichts mit der aktuellen Energiewende zu tun haben. Zertifizierter Ökostrom (z.B. RENEWABLE-PLUS oder OK Power) definiert darüber hinausgehende Kriterien, die sicherstellen sollen, dass über das Ökostromprodukt der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert wird. Auch dieses System stößt an seine Grenzen, weswegen sich auch Ökostromlabel stetig im Wandel befinden.

Bavariastrom setzt auf ein eigenes Konzept und bricht mit den Gewohnheiten der etablierten Ökostromanbieter. Als erster Anbieter in Deutschland liefern wir Ihnen 25% Solarstrom direkt aus neuen Anlagen – ohne staatliche Förderung. Dies ermöglicht es regionalen Energiegenossenschaften, von denen wir den Solarstrom beziehen, trotz sinkender gesetzlicher Einspeisevergütung neue Kraftwerke zu errichten. Und über unsere regionale Liefer- und Ausbaugarantie stellen wir sicher, dass der Strom auch dort erzeugt wird, wo Sie ihn verbrauchen. Dies vermeidet unnötigen Netzausbau. Gemeinsam bewegen wir so Dinge, die Andere für unmöglich halten.

Warum ist die Regionalität der Stromlieferung so wichtig?

Stromnetze kosten viel Geld – und sehen nicht schön aus. Transportiert man Strom über größere Strecken, entstehen zudem Transportverluste. Es würde daher keinen Sinn machen, Deutschland vollständig mit Wasserkraft aus Skandinavien oder Offshore-Windkraft aus der Nordsee zu versorgen. Je näher Produktion und Verbrauch zusammen rücken, umso weniger Verluste gibt es und umso weniger müssen die Netze ausgebaut werden. Allerdings erfüllen die Netze auch eine wichtige Ausgleichsfunktion. Denn: versucht man bei jedem Verbraucher 100% des Stroms vor Ort zu produzieren, erzeugt man viele kleinste Stromnetze, die jeweils für sich bei „Wind und Wetter“ stabil gehalten werden müssen. Dies treibt die Kosten vor allem für Speicher. Eine Herausforderung der Energiewende ist es daher, zentrale und dezentrale Produktion in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen. Solarenergie wird eine wichtige Rolle bei der dezentralen Versorgung spielen. Mit REGIONALSTROM zeigen wir schon heute, dass ein Anteil von 25% Solarstrom möglich ist. Und als Kunde unterstützen Sie den Ausbau und die Lieferung erneuerbarer Energien direkt in Ihrer Region.

stromversorgung
Möchte man seinen Strom aus regionaler Produktion beziehen und so direkt den dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien fördern, reicht der bilanzielle Einkauf über Herkunftsnachweise nicht aus. Die Strommengen müssen dann gemeinsam mit den Herkunftsnachweisen direkt beim Kraftwerksbetreiber bezogen werden.

Was ist das Besondere an 25% Solarstrom?

Wir kaufen den Strom zusammen mit den Herkunftsnachweisen direkt bei den Solarkraftwerken und können so eine Zeitgleichheit von Stromproduktion und Stromverbrauch dokumentieren. Mit unserer einzigartigen Ausbaugarantie garantieren wir den Bau neuer Solarkraftwerke dort, wo unsere Kunden Strom verbrauchen. Dies und unsere anderen Qualitätskriterien lassen wir uns in einem eigenen Zertifikat vom TÜV bestätigen, da uns die bekannten Ökostromzertifikate nicht weit genug gehen.

garantieFür REGIONALSTROM beziehen wir Solarstrom direkt beim Produzenten aus der Region. Da die üblichen Qualitätslabels für Ökostrom diesen direkten Bezug nicht einschließen, haben wir gemeinsam mit dem TÜV-Rheinland einen eigenen Kriterienkatalog erstellt.